Klartext im Westen

Der NRW-Wirtschaftsblog

Schlagwort: Ruhrgebiet (Seite 1 von 2)

Mittelmaß oder Mitte als Maß?

Von Dr. Franz-Josef Overbeck

Bischof von Essen

Vor ein paar Tagen ging ein Bild um die Welt, das mich nachdenklich machte. Darauf zu sehen waren dutzende Bergsteiger, die in weit über 8000 Metern in einer Schlange stehen, um für einen einzigen kurzen Moment allein auf dem Mount Everest zu sein. Das Foto vom Stau am Gipfelgrat des Everests steht sinnbildlich für eine gesellschaftliche Entwicklung, die ich sehr kritisch betrachte. Auf der Suche nach dem Individuellen, das mich von der ‚Masse‘ unterscheidet und abhebt, wird die Masse zur Gefahr – denn sie besteht aus Individualisten, die das Einzigartige suchen.

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Wie wird das Ruhrgebiet wieder verrückt auf Zukunft?

Von Tobias Blasius

NRW-Korrespondent der Funke Mediengruppe und Vorsitzender der Landespressekonferenz

Als ich neulich einen Vortrag des Düsseldorfer Architekten Matthias Pfeifer hörte, ging mir eine Folie seiner Powerpoint-Präsentation nicht aus dem Kopf. Pfeifer hatte illustrieren wollen, dass die Gesellschaft doch nicht immer so visionsarm, fortschrittsskeptisch und zukunftsängstlich gewesen sei wie heute. Dass es vor gar nicht so vielen Jahrzehnten mal eine weit verbreitete Lust an verrückten Entwürfen und kühnen Ideen gegeben habe. Pfeifer warf dazu ein fast 20 Jahre altes Ausstellungsplakat des Rheinischen Industriemuseums Oberhausen an die Wand, das damals den Titel trug: „War die Zukunft früher besser? Visionen für das Ruhrgebiet.“

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Zuhören und vernetzen!

Von Dr. Marcus Korthäuer

Geschäftsführender Gesellschafter der ESPERA-Werke GmbH und Vorstandsvorsitzender der Unternehmerverbandsgruppe in Duisburg

Metropole Ruhr, Stadt der Städte – ein faszinierender Slogan, mit dem der Regionalverband Ruhr (RVR) seit einigen Jahren für einen der größten Ballungsräume in Europa Standortmarketing betreibt. Rund fünf Millionen Einwohner, 155.000 Unternehmen, 1,75 Millionen Arbeitsplätze – das sind imposante Zahlen. Doch wie viel Realität steckt in diesem Slogan? Kann man die Zahlen aus den 53 Städten der Metropolregion einfach addieren und so Stärke generieren?

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Die Steinkohle geht, der Strukturwandel bleibt

Von Dr. Jürgen-Johann Rupp

Vorstand Finanzen RAG Aktiengesellschaft

„Die Kohle geht, die Probleme im Ruhrgebiet bleiben“, wie oft wurde in jüngerer Zeit dieses Mantra kommuniziert. Aber auch so gegensätzliche Sätze wie „Der Strukturwandel ist beendet“ oder „Das Ruhrgebiet bleibt nach Kohle und Stahl abgehängt“, sind immer wieder zu lesen. Lebt und arbeitet man in dieser Region, so kann man feststellen, weder übergroße Skepsis noch zu großer Optimismus bestimmen die Lebenswirklichkeit der Entwicklung. Dabei fällt auf, dass in den öffentlichen Diskussionen weniger die positiven Beispiele als mehr die negativen Begleiterscheinungen des Wandels der Ruhrregion eine Rolle spielen. Schade eigentlich, denn es ist bereits Vieles bewegt worden und viel Positives auf dem Weg. Weiterlesen

Viel Rost, viel Tradition

Von Prof. Dr. Michael Hüther

Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Das Ruhrgebiet prägte – neben dem rheinischen Karneval und dem Duisburger Zoo – mein Nordrhein-Westfalen-Bild als Kind und Jugendlicher. Die sonntäglichen Ausflüge in die Gruga in Essen oder in den Dortmunder Westfalenpark waren verbunden mit dem Eindruck von viel Rost entlang des Weges. Die Erzählung meines Vaters, als Ingenieur in den fünfziger und sechziger Jahren an vielen Kraftwerksbauten an der Ruhr beteiligt, machte klar: Die Glanzzeit war vorbei, neue Kraftwerke wurde nur noch andernorts – in Bayern oder im Ausland – realisiert. Dafür spielte unverdrossen die Bergmannskapelle im Grugapark.

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Strukturwandel in Zeiten der Disruption

Von Dr. Johannes Teyssen

Chief Executive Officer E.ON SE

Wenn Ende Dezember die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop schließt, ist der aktive Ruhrbergbau Geschichte geworden – die stolze Geschichte eines Wirtschaftszweiges und seiner in der Spitze fast eine halbe Million Mitarbeiter, denen Deutschland viel zu verdanken hat. Sie haben über viele Dekaden zusammen mit den Beschäftigten in Kraftwerken und Stromnetzen, die noch lange unverzichtbar bleiben, die Sicherheit der deutschen Energieversorgung garantiert. Dafür gebührt ihnen allen der Dank des ganzen Landes. Weiterlesen

Es muss um die richtigen Themen gehen

Von Frank Baranowski

Oberbürgermeister Gelsenkirchen

Allzu viele Anzeichen gab es bislang nicht dafür, dass die Zukunft des Ruhrgebietes ein wichtiges oder gar zentrales Anliegen der neuen Landesregierung ist. Im Koalitionsvertrag fanden sich kaum Ideen und Vorhaben für die Region, auch im ersten Jahr der schwarz-gelben Koalition war aus Düsseldorf nur wenig zu Deutschlands größtem Ballungsgebiet zu hören. Weiterlesen

Energien im Ruhrgebiet freisetzen: Wettbewerb um regionale Kooperationen

Von Prof. Dr. Christoph M. Schmidt

Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Die NRW-Landesregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet hat kürzlich eine große „Ruhrkonferenz“ ausgerufen: In 16 Themenforen – von Bildung und Verkehr über Kultur und Umwelt bis zur Inneren Sicherheit – soll jeweils ein Kabinettsmitglied mit gesellschaftlichen Akteuren des Reviers konkrete Lösungen für verschiedene Lebensbereiche erarbeiten. Beim geplanten „NRW-Tag“, der vom 31. August bis zum 2. September in Essen stattfinden wird, wollen die Organisatoren der Ruhrkonferenz darüber hinaus mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. Weiterlesen

Wir können Wandel: Das Ruhrgebiet hat das Zeug zur Metropolregion der Zukunft

Von Dr. Stephan Holthoff-Pförtner

Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen

Wenn in diesem Jahr die letzte Zeche im Ruhrgebiet schließt, ist das nicht nur ein Anlass, stolz auf 200 Jahre Industriegeschichte zurückzublicken. Wir haben auch allen Grund, zuversichtlich nach vorne zu schauen. Denn mit mehr als fünf Millionen Menschen, mit der Kompetenz für Veränderung und mit der dichtesten Hochschullandschaft in Europa hat das Ruhrgebiet das Potenzial, zur Metropolregion der Zukunft zu werden. Und dazu soll die Ruhr-Konferenz den entscheidenden Impuls geben. Weiterlesen

Von schönem Wohnen können wir nicht leben!

Von Sven Kramer

Stellv. Bundesvorsitzender des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen und Geschäftsführer der PEAG Holding GmbH

Mit einem gewissen Stolz zeigen unsere Bürger ihren auswärtigen Gästen, wie grün und lebenswert unser Ruhrgebiet geworden ist. Und tatsächlich hat ein Wandel stattgefunden, der die Tourismuszahlen stetig steigen lässt. Wir bewegen uns hier zunehmend auf zu Radschnellwegen ausgebauten Bahntrassen, genießen eine herausragende kulturelle Vielfalt, verfügen über eine beispiellose Hochschuldichte und arbeiten an modernen Bürostandorten wie dem Duisburger Innenhafen. Unsere Freizeit können wir in den attraktiven Naherholungsgebieten wie dem Essener Baldeneysee oder dem Dortmunder Phoenixsee genießen. Es wurde viel erreicht in dieser vom Strukturwandel so stark betroffenen Region. Viele neue Arbeitsplätze sind in den Branchen IT und Logistik entstanden.   Weiterlesen

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