Klartext im Westen

Der NRW-Wirtschaftsblog

Schlagwort: Corona-Krise

Freiheit und Fortschritt durch Innovation

Von Dr. Joachim Stamp

Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Wir haben in unserer Gesellschaft während der Corona-Krise lange Zeit eine große Solidarität untereinander erlebt. Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger hat auch harte Maßnahmen der Politik mitgetragen. Dieser Rückhalt bröckelt zunehmend, wenn Perspektiven fehlen. Grundrechtseingriffe dürfen nicht zu einer Selbstverständlichkeit werden, sonst verschieben sich die Achsen in unserem freiheitlichen Rechtsstaat.

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Die Automobilindustrie als Motor der Wirtschaft

Von Gunnar Herrmann

Vorsitzender der Geschäftsführung Ford-Werke GmbH

Die Automobilindustrie ist eine Schlüsselbranche in Deutschland. 832.800 Personen sind direkt in der Automobilindustrie beschäftigt, mehr als 2,5 Mio Menschen indirekt. Die Automobilhersteller und Zulieferer erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 436 Mrd. Euro. Die Unternehmen der Branche zahlten im Jahr 2019 in Deutschland 57,5 Mrd. Euro Löhne und Gehälter. Darüber hinaus finden Steuereinnahmen von jährlich etwa 93 Mrd. (2018) ihre Quelle in der Automobilindustrie und der Nutzung von Kraftfahrzeugen. Mehr als 100 Mrd. Euro beträgt der Waren- und Materialeingang aus anderen Wirtschaftsbereichen. Die Branche investiert jährlich etwa 45 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung (2018). Von den zehn forschungsstärksten Unternehmen in Deutschland gehören neun zur Automobilindustrie.

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Wenn NRW jetzt nicht seine Chancen nutzt, wann denn dann?

Von Dr. Andre Carls

Vorsitzender des Bankenverbands NRW

„Wir erwarten nach dem Tiefpunkt im 2. Quartal eine Stabilisierung der Konjunktur in der 2. Jahreshälfte 2020 und sogar wieder ein Wachstum im nächsten Jahr“, so die Prognose unserer Bank-Volkswirte. Also Licht am Ende des Tunnels?

Corona ist eine der schwersten Krisen für die Wirtschaft, und über den Berg sind wir noch lange nicht. Aus Sicht der privaten Banken sehen wir derzeit ein zweigeteiltes Bild: Selbstständige und kleine Unternehmen, die sehr schnell durch den abrupten Lockdown in Liquiditätsengpässe hineingeraten sind und die dringend die Soforthilfen in Anspruch nehmen mussten. Und auf der anderen Seite viele größere, auch international tätige Mittelständler, die aufgrund einer besseren und langfristig angelegten Liquiditätsausstattung noch weiterhin ganz „normales“ Kreditgeschäft machen. Und das gibt es auch mitten in der Krise: Unternehmer, die investieren, Geschäftsmodelle und Lieferketten diversifizieren oder sich sogar durch Zukäufe im Wettbewerb stärken. Weiterlesen