Von Arndt G. Kirchhoff

Präsident von unternehmer nrw und CEO der Kirchhoff Holding GmbH und Co. KG

Als am Sonntag um 18.00 Uhr die erste Prognose zum Ausgang der Landtagswahl über den Bildschirm flimmerte, wurde schnell klar: Die Menschen in Nordrhein-Westfalen wollen einen politischen Kurswechsel. Die Gründe hierfür wurden gleich mitgeliefert. Neben der wichtigen Frage der Inneren Sicherheit waren die Themen Bildung, Infrastruktur und Wirtschaft ausschlaggebend für das Votum der Wähler. Die Bürger haben ein feines Gespür dafür gezeigt, dass unser Land seine großen Potenziale und Chancen in den letzten Jahren nicht ausgeschöpft hat. Politik hat zu viel reguliert und zu wenig gestaltet.

Der Auftrag an die neue Landesregierung ist eindeutig: Nordrhein-Westfalen entfesseln und von seinem Schlusslicht-Image befreien. Die Menschen sind es leid ständig lesen zu müssen, etwa gegenüber Baden-Württemberg und Bayern immer weiter zurückzufallen. Die Menschen wollen wieder stolz sein auf ihr Land, das in der Spitzengruppe der Wirtschaftsstandorte angesiedelt ist. Ich bin überzeugt, dass auch deshalb der Slogan der CDU „NRW wieder an die Spitze“ bei vielen Menschen den Nerv getroffen hat.

„Der Auftrag ist eindeutig: NRW entfesseln und von seinem Schlusslicht-Image befreien.“

Diesen Rückenwind muss die neue Landesregierung nun für einen neuen Aufbruch nutzen. Die Politik muss jetzt schnellstens vom Wahlkampfmodus in den Gestaltungsmodus schalten. Nicht taktieren, nicht zögerlich sein, sondern handeln, machen, tun. Klein-Klein vermeiden und stattdessen in großen Linien denken. Der Wähler erwartet das auch und wird es honorieren, wenn jetzt hart daran gearbeitet wird, das Land wieder nach vorn zu bringen. Nordrhein-Westfalen braucht jetzt eine überzeugende wirtschaftspolitische Agenda, die alle Politikfelder umfasst und auf das große Ziel ausgerichtet ist, unser Land wieder in die Spitzengruppe der Standorte zu bringen – bei Wirtschaftswachstum, in der Beschäftigung, bei Investitionen.

Das kann gelingen, wenn alle im Land an einem Strang ziehen. Die Politik kann auf die Unterstützung der Wirtschaft vertrauen, wenn sie den Unternehmen das Gefühl gibt, gebraucht und wertgeschätzt zu werden. Nicht als Kuh, die mit Bürokratie, Auflagen und Regulierungen gemolken wird, sondern als Pferd, das den Karren kräftig zieht – mit Investitionen in wettbewerbsfähige Arbeitsplätze. Die Politik muss für die richtige Grundstimmung im Land sorgen, damit der Funke auch überspringt.