Von Rolf A. Königs

Vorsitzender des Vorstands von Zukunft durch Industrie , CEO und Chairman der AUNDE Group SE

Die Corona-Pandemie hat uns sehr deutlich vor Augen geführt, wie vielfältig die Industrie in Nordrhein-Westfalen ist und was die Unternehmen tagtäglich leisten. Auch in Zeiten großer Einschränkungen hat die Industrie bewiesen, wie flexibel sie agiert, um ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten. Medizintechnik, Masken, Hygieneartikel – die Liste von Industrieprodukten, die in 2020 eine neue und weiterhin steigende Bedeutung erhalten haben, ist lang.

Die Industrie in NRW ist ein Stabilitätsanker in Krisenzeiten. Ihre Vielfalt und weitreichende Vernetzung in alle Lebensbereiche, bedingt eine Resistenz gegenüber starken Auswirkungen von Krisen wie durch die Corona-Pandemie ausgelöst. Ergänzend ist die Industrie ein Chancengeber. Die Berufsausbildungen und qualifizierten Arbeitsplätze in den Unternehmen bieten nicht nur eine berufliche Chance, sondern auch die Sicherheit, die aktuell für junge Menschen immer entscheidender bei der Berufswahl wird.

Die Industrie ist ebenso ein Innovationstreiber. Der technologische Fortschritt und die damit verbundene Ideenvielfalt in den Betrieben sind einzigartig. Oftmals ist der Mix aus einem breiten Erfahrungsschatz und neue Impulsen in einer globalisierten Welt entscheidend, für die Zukunft und Nachhaltigkeit der Unternehmensstandorte. Daher benötigen wir ein Bekenntnis zur industriellen Produktion und Arbeit in NRW. Die derzeitige Krise zeigt täglich, welche Vorteile eine Produktion und Dienstleistungen in der Region haben. Zum Beispiel wenn es zu Lieferengpässen oder dem Ausfall von internationalen Lieferketten kommt.

Doch nicht immer ist die Akzeptanz für Industrie(unternehmen) überall gegeben und genau so ist nicht immer möglich, die Vernetzung und Relevanz von industriellen Produkten, Dienstleistungen und Unternehmen zu erkennen. Daher braucht es stärker denn je eine breite Kommunikation mit allen gesellschaftlichen Akteuren. Wir müssen den Dialog über die Bedeutung der Industrie, ihre Auswirkungen und ihre Potenziale fördern und diesen kontinuierlich fortführen. Denn dies schafft nicht nur eine breite Beteiligung am Diskurs über die Zukunft, sondern auch eine Berücksichtigung aller wesentlichen Aspekte.

Die Industrie ist ebenso ein Innovationstreiber. Der technologische Fortschritt und die damit verbundene Ideenvielfalt in den Betrieben sind einzigartig.“

Ergänzend benötigen wir ein stärkeres Engagement für die Berufsorientierung junger Menschen sowie ein wachsendes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Daher engagiert sich der Verein Zukunft durch Industrie seit mehr als 10 Jahren in diesen Bereichen, um einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Standortes Nordrhein-Westfalen zu leisten. Es gilt Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Auszubildenden Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen und sich mit ihnen über die Industrie, die Möglichkeiten, die diese bietet und ihre Transformation auszutauschen. Auch hierbei ist es entscheidend, alle Beteiligen mitzunehmen und gemeinsam neue Wege und Möglichkeiten zu identifizieren.

Ausgehend vom Austausch über die Industrie von morgen gilt es die Corona-Krise als Chance zu betrachten. Die tagtäglichen Auswirkungen sind nach wie vor groß und die Industrie steht vor entsprechenden Herausforderungen. Allerdings zeigt die Krise vor allem eins: Wer sich nicht stetig wandelt und nach neuen Lösungen, Prozessen und Produkten sucht, agiert nicht zukunftsfähig. Die Herausforderungen der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit, der Digitalisierung, der Alterung der Bevölkerung sowie den internationalen Standortwettbewerb gilt es nun entschieden anzugehen, damit die Industrie in Nordrhein-Westfalen in Zukunft als Best Practice Beispiel für eine Transformation steht. Denn Industrie und Nachhaltigkeit ist kein Widerspruch. Mit allen Akteuren der Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist ein Zielbild für die Industrie der Zukunft zu entwerfen. Unternehmen in der Region sind nicht nur in Krisenzeiten, sondern weit darüber hinaus bereit, ihren Beitrag für die Gesellschaft und Wirtschaft zu leisten. Dieser wichtige Grundsatz für das Miteinander ist weiter aktiv zu kommunizieren.