Klartext im Westen

Der NRW-Wirtschaftsblog

Investitionen für eine starke Wirtschaft

Von Dr. Daniel Kleine

Henkel President Deutschland und Standortleiter Düsseldorf, Henkel AG & Co. KGaA

Die Corona-Pandemie stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen – es gibt keinen Bereich des öffentlichen Lebens und keinen Wirtschaftszweig, der nicht von der Krise betroffen oder belastet ist. Von den Herausforderungen im Privatleben, gerade für Familien, ganz abgesehen. In der Krise zeigt sich aber auch die Stärke – von Unternehmen und von einer Gesellschaft. Zusammenhalt und Solidarität sind gefragt, Flexibilität sowie mutige und schnelle Entscheidungen notwendig.

Henkel hat früh auf die Krise reagiert. Dabei haben wir davon profitiert, dass wir auf ein professionell aufgestelltes Krisenmanagement-System und eine hervorragende digitale Infrastruktur aufbauen konnten. Auch haben wir uns eng mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus China ausgetauscht und ihre Erfahrungen genutzt, als die Pandemie im Frühjahr letzten Jahres auch den Rest der Welt erreichte.

Unsere oberste Priorität ist und bleibt die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Mitarbeitenden – bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung unserer Geschäfte. Henkel produziert wichtige Konsumgüter des täglichen Bedarfs. Produkte, die während dieser Pandemie dringend benötigt und stark nachgefragt sind: Wasch- und Reinigungsmittel, Haarpflege oder auch Industrieklebstoffe, die zum Beispiel für Verpackungen benötigt werden. Viele dieser Produkte werden hier in NRW in unserer Firmenzentrale in Düsseldorf produziert.

Dank unser breiten Produktportfolios aus Konsumgütern und Industrielösungen und vor allem dank unseres guten Krisenmanagements sowie des hohen Einsatzes aller „Henkelaner weltweit“ sind wir bisher gut durch die Krise gekommen. Es gab weder Kurzarbeit noch Staatshilfen; wir haben früh eine Bonusgarantie für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ausgesprochen und gesagt, dass niemand aufgrund von Corona seinen Job verliert.

Unsere stabile Entwicklung ist aber auch das Ergebnis von Investitionen. Investitionen in den Standort Düsseldorf – im Schnitt waren es etwa 100 Millionen pro Jahr – mit den Schwerpunkten Innovation, Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Infrastruktur. Die ermöglichte einen weitestgehend reibungslosen Übergang ins Home-Office. Auch heute arbeiten alle Mitarbeiter, wann immer möglich, „remote“. Damit schützen wir diejenigen Kollegen, deren Aufgabe es nicht ermöglicht, von zuhause zu arbeiten, die vor Ort unseren Standortbetrieb, die Produktion und die Forschungsarbeit aufrechterhalten.

Denn Düsseldorf ist nicht nur Henkels Firmenzentrale, sondern auch unser zweitgrößter Produktionsstandort weltweit und ein Schwerpunkt von Forschung und Entwicklung. Und bei aller Internationalität – bei Henkel arbeiten 52.000 Menschen, mehr als 80 Prozent davon außerhalb Deutschlands – ist und bleibt hier unsere Heimat. Wir sind fest mit Düsseldorf und NRW verwurzelt.

„Das internationale Umfeld, renommierte akademische und wissenschaftliche Einrichtungen sowie eine immer größer werdenden Gründerszene machen NRW auch für Arbeitgeber attraktiv.“

Als global agierendes Unternehmen war virtuelle Zusammenarbeit bei Henkel natürlich auch vor Corona gelebter Alltag. Doch die Krise hat viele Entwicklungen nochmal deutlich beschleunigt – „remote“ Arbeiten und Führen, flexibles Arbeiten oder die konsequente Nutzung von digitalen Tools. Wie für viele meiner Kolleginnen und Kollegen waren die letzten Monate auch für mich ein „Digital Upskilling“ im Schnellverfahren.

Krisenmanagement: Flexibilität und schnelle Entscheidungen

Als Unternehmen mit Standorten und Geschäften in 80 Ländern verlangt die Pandemie ein diszipliniertes und gut koordiniertes Krisenmanagement. Zwar hatten wir Pandemiepläne in der Schublade, doch auf Corona war niemand vorbereitet. Eine solche Krise verlangt vor allem Flexibilität und schnelle Reaktionen, um auf lokale Entwicklungen und sich stetig ändernde Regularien zu reagieren. Ich habe als Leiter der deutschen Corona-Krisenstabs erlebt, wie herausfordernd dies war und wie gut es dennoch geklappt hat, wenn alle an einem Strang ziehen und Entscheidungswege kurz sind.

Verantwortung übernehmen

Wir sind uns unserer Verantwortung als Unternehmen bewusst. Schnell wurden Sicherheits- und Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt, um vor allem diejenigen zu schützen, die weiterhin vor Ort arbeiten. Darüber hinaus war es für uns selbstverständlich, einen gesellschaftlichen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie zu leisten, auch und gerade an den Standorten, an denen wir aktiv sind. Daher haben wir im März ein globales Solidaritätsprogramm ins Leben gerufen, das unter anderem eine Spende von zwei Millionen Euro an den COVID-19-Fund der WHO und UN-Stiftung sowie Millionen Produktspenden umfasst. In Düsseldorf – unserem Hauptsitz – haben wir innerhalb kürzester Zeit die Produktion umgestellt, um Desinfektionsmittel herzustellen, die wir an lokale Krankenhäuser, Krisenstäbe oder an die Rheinbahn gespendet haben.

Henkel ist NRW schon immer verbunden: 1876 gründete Fritz Henkel die Firma in Aachen, zwei Jahre später zog sie nach Düsseldorf. Bis heute haben wir hier in der Landeshauptstadt unseren weltweiten Hauptsitz und unseren zweitgrößten Produktionsstandort. Düsseldorf ist Beschäftigung- und Ausbildungsort von etwa 5.600 Henkel-Mitarbeiter.

Nicht ohne Grund ist Henkel auch im 145. Jahr noch in NRW verwurzelt. NRW ist ein hochattraktiver Wirtschaftsstandort im Herzen Europas, mit sehr guter Infrastruktur. Das internationale Umfeld, renommierte akademische und wissenschaftliche Einrichtungen sowie eine immer größer werdenden Gründerszene machen NRW auch für Arbeitgeber attraktiv. Es liegt an uns, darauf aufzubauen und NRW weiter zu stärken – als Wirtschaft und Industriestandort. Dazu bedarf es kontinuierlicher Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Bildung. Gerade letztere muss endlich besser miteinander verbunden werden (wenn die Corona-Krise eins gezeigt, dann das!). Nur so kann es uns gelingen als Unternehmen, als Wirtschaft und als Land gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen. Bleiben wir zuversichtlich und arbeiten weiter gemeinsam an der Zukunft unsers Landes.

1 Kommentar

  1. Nicht jeder Betrieb kann 100 Millionen pro Jahr investieren…

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