Klartext im Westen

Der NRW-Wirtschaftsblog

Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 9)

Die Steinkohle geht, der Strukturwandel bleibt

Von Dr. Jürgen-Johann Rupp

Vorstand Finanzen RAG Aktiengesellschaft

„Die Kohle geht, die Probleme im Ruhrgebiet bleiben“, wie oft wurde in jüngerer Zeit dieses Mantra kommuniziert. Aber auch so gegensätzliche Sätze wie „Der Strukturwandel ist beendet“ oder „Das Ruhrgebiet bleibt nach Kohle und Stahl abgehängt“, sind immer wieder zu lesen. Lebt und arbeitet man in dieser Region, so kann man feststellen, weder übergroße Skepsis noch zu großer Optimismus bestimmen die Lebenswirklichkeit der Entwicklung. Dabei fällt auf, dass in den öffentlichen Diskussionen weniger die positiven Beispiele als mehr die negativen Begleiterscheinungen des Wandels der Ruhrregion eine Rolle spielen. Schade eigentlich, denn es ist bereits Vieles bewegt worden und viel Positives auf dem Weg. Weiterlesen

Industriemüdigkeit vorbeugen – Mehr Wertschätzung für Wertschöpfung

Von Karl-Josef Laumann

Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Wenn ich die Zeitung aufschlage, gewinne ich mehr und mehr den Eindruck, dass in Deutschland ein neuer Trend um sich greift. Ich würde ihn „Industriemüdigkeit“ nennen. Die Ansiedlung moderner Fabriken, große Infrastrukturprojekte sowie günstige und versorgungssichere Energie stoßen in der öffentlichen Diskussion zunächst auf generelle Skepsis – örtlich sogar auf erheblichen Widerstand. Stattdessen begeistern sich die Menschen für grüne Energien und breite Fahrradstraßen in den Innenstädten, smarte Start-Ups und kleine Manufakturen. Das sind populäre, mehrheitsfähige Themen. Weiterlesen

Wir brauchen mutige Signale für neue Projekte

Von Michael Vassiliadis

Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE)

NRW ist nicht nur Herzkammer des Wirtschaftsstandorts Deutschland, es ist auch so etwas wie seine Energiezentrale. Ohne die Kraftwerke an Rhein und Ruhr würden die Bundesbürger wahrscheinlich alsbald im Dunkeln sitzen – und die benachbarten Belgier gleich mit. Allein der aktuell so heiß diskutierte Braunkohle-Tagebau Hambach steht für 15 Prozent der NRW- und für 5 Prozent der gesamtdeutschen Stromversorgung. Das ist nur ein Grund von vielen, warum wir als IG BCE in der aktuellen Diskussion um die Zukunft der deutschen Stromversorgung und der Klimapolitik für eine Energiewende mit Vernunft und sozialer und ökonomischer Ausgewogenheit eintreten. Weiterlesen

Kreativität trifft Technologie: Das Medien-Digital-Land NRW kann zum Innovationstreiber für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen werden

Von Nathanael Liminski

Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen

Das Smartphone organisiert für viele Menschen den Alltag, privat wie beruflich. Allein in Deutschland nutzen rund 57 Millionen Menschen (mindestens) ein solches Gerät. Ein Faktor, der zum Erfolg dieser handlichen Minicomputer beigetragen hat, sind die verfügbaren Applikation, in Kurzform Apps. 2008, vor zehn Jahren, sind die ersten App Stores von Apple und Google gestartet. Aus heutiger Sicht erscheint es kaum zu glauben, dass das erste iPhone noch keinen Zugriff auf einen App Store hatte. Inzwischen erlauben es diese Marktplätze für Anwendungen wie selbstverständlich, das Smartphone den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Der Markt für Apps, In-App-Käufe und Abonnements hatte 2017 bereits ein geschätztes Volumen von fast 60 Milliarden US-Dollar und im vergangenen Jahr eine Zuwachsrate von rund 35 Prozent. Weiterlesen

Hände weg von der Tarifautonomie – nicht nur in NRW

Von Dr. Luitwin Mallmann

Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW

In diesen Tagen wird an die Begründung der Tarifautonomie durch das Stinnes-Legien-Abkommen vor 100 Jahren erinnert. Damals gab es das Land NRW noch nicht und dennoch hat das Jubiläum viel mit uns zu tun. Dabei denke ich weniger an die Tatsache, dass der Unternehmer Hugo Stinnes aus Mülheim an der Ruhr kam und der Kern seines Geschäftes am Rhein und Ruhr lag.

Ich glaube vielmehr, dass das demokratische Prinzip Tarifautonomie in unserem industriellen Ballungsraum auf besonders fruchtbaren Boden gefallen ist.

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Vereinen statt trennen – Umwelt- und Wirtschaftspolitik in NRW

Von Ursula Heinen-Esser

Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen ist ein Land der Vielfalt. Die großen Städte entlang von Rhein und Ruhr sind umgeben von grünen Wiesen und Wäldern und verfügen über zahlreiche „grüne Lungen“. Im Münsterland, der Eifel oder im Sauerland finden sich zugleich Orte, die einen schnell vergessen lassen, dass man sich im bevölkerungsstärksten Land der Bundesrepublik befindet. Die Zeit der dauerrauchenden Schlote ist vorbei, jetzt sitzen hier in den Ballungszentren und auch in der Fläche zahlreiche gewichtige mittelständische Firmen, große Industrieunternehmen und Hidden-Champions.

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Sinnvoll und nachhaltig… Unternehmertum, Spin-Offs und Start-Up’s in Aachen

Von Alexander Peters

Geschäftsführender Gesellschafter NEUMAN & ESSER GROUP

Ich bin Ur-Öcher, d. h. ich bin in Aachen geboren und meine Familie ist seit 1891 in Aachen unternehmerisch tätig. Ich bin also verwurzelt in einer Stadt und einer Region, die viel zu bieten hat. Um das wirklich zu erkennen, muss man raus aus Aachen. Ich habe das nach dem Abitur selbst gemacht. Bundeswehr, Studium zum Wirtschaftsingenieur, erster Job im Ausland, dann MBA und erste Berufserfahrungen im Tochterunternehmen der elterlichen Unternehmensgruppe. Viele, die ich kenne, sind aus Aachen raus, und die meisten sind zurückgekehrt.

Warum? Für Ingenieure steht Aachen wie kaum eine andere Stadt „für die Technik“.

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Viel Rost, viel Tradition

Von Prof. Dr. Michael Hüther

Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Das Ruhrgebiet prägte – neben dem rheinischen Karneval und dem Duisburger Zoo – mein Nordrhein-Westfalen-Bild als Kind und Jugendlicher. Die sonntäglichen Ausflüge in die Gruga in Essen oder in den Dortmunder Westfalenpark waren verbunden mit dem Eindruck von viel Rost entlang des Weges. Die Erzählung meines Vaters, als Ingenieur in den fünfziger und sechziger Jahren an vielen Kraftwerksbauten an der Ruhr beteiligt, machte klar: Die Glanzzeit war vorbei, neue Kraftwerke wurde nur noch andernorts – in Bayern oder im Ausland – realisiert. Dafür spielte unverdrossen die Bergmannskapelle im Grugapark.

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Was wir tun müssen, damit NRW wieder Spitze wird

Von Thomas Meyer

Präsident IHK NRW – Die Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen e.V.

Nordrhein-Westfalen befindet sich auf einem guten Weg. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosenzahlen sinken, und selbst der Landeshaushalt kann erstmals wieder ein Plus ausweisen. Dennoch gelingt es NRW kaum, zum Bundesdurchschnitt aufzuschließen. Das hat seine Gründe: NRW ist mehr als die anderen Länder vom Strukturwandel betroffen, zudem belastet die Energiewende, die Infrastruktur weist Rückstände auf, der Fachkräftemangel macht sich bemerkbar. Was muss in dieser Situation geschehen, damit NRW der Sprung an die Spitze gelingt? Zu bewältigen sind vor allem vier Herausforderungen.

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Metropole Ruhr: Neue Möglichkeiten in einer aufstrebenden Region

Von Thomas Kufen

Oberbürgermeister der Stadt Essen

Die Region an Ruhr, Lippe und Emscher mit 5,1 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern in 53 Kommunen ist der drittgrößte städtische Ballungsraum in Europa und besitzt damit ein Potenzial, von dem Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren können. Zu den Hochzeiten von Kohle und Stahl war die Region der größte Montanstandort Europas und damit Motor für ganz Deutschland. Was viele Jahre wichtige Voraussetzung für das Wirtschaftswunder in Deutschland war und gleichzeitig Arbeitsplätze in den Städten der Ruhrregion schuf, wurde ihr später zum Nachteil.

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