Klartext im Westen

Der NRW-Wirtschaftsblog

Plattform-Sozialismus

Von Hajo Schumacher

Journalist und Autor

Wie die Marktwirtschaft erwürgt wird und der Plattformkapitalismus sich in sein Gegenteil verkehrt.

Zu den bekanntesten Schwindeleien von Wirtschaftskapitänen gehört das Bekenntnis zum Wettbewerb, der die Qualität hoch und die Preise niedrig halten soll. Insgeheim aber träumen Unternehmer von einer marktbeherrschenden Stellung, ganz gleich, ob es der Blumenladen im Viertel ist oder ein Konzern. Bisweilen herrscht auch Scheinwettbewerb, wenn ein ganzes Regal voller Haarpflegeprodukte im Drogeriemarkt von einem einzigen Konzern stammt, nur in unterschiedlichen Verpackungen.

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Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer

Von Arndt G. Kirchhoff

Präsident von unternehmer nrw und CEO der KIRCHOFF Holding GmbH und Co.KG

Die Corona-Krise liefert uns zwei wichtige Erkenntnisse: Einerseits die beruhigende Gewissheit, dass unser Staat stark genug ist, für eine Überbrückungszeit die ökonomischen Lebensgrundlagen unseres Landes zu erhalten. Andererseits den Beleg, dass selbst für unsere starke Volkswirtschaft die Luft schnell dünn wird, wenn die Wirtschaft nicht läuft, die Ausgaben des Staates durch die Decke schießen und gleichzeitig die Einnahmen in den Keller stürzen.

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Die doppelhändige Führung

Von Valerie Weber

WDR-Programmdirektorin NRW, Wissen und Kultur

Vor kurzem fragte mich eine aufmerksame Vertreterin aus einem unsererAufsichtsgremien: „Was hat denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit Unternehmertum zu tun? Unternehmertum ist doch genau das, was wir nicht sind.

Auch im WDR werden Sie auf diese Frage sehr unterschiedliche Antworten finden Weiterlesen

NRW zum Technologieführer der Transformation machen

Von Sebastian Hartmann MdB

Landesvorsitzender der SPD Nordrhein-Westfalen

Die Corona-Pandemie trifft unsere Gesellschaft und Wirtschaft hart. Mit den staatlichen Soforthilfen für in Not geratene Branchen, Beschäftigte und Solo-Selbstständige konnten wir zwar einige Härten abfedern. Doch wenn wir ehrlich sind, wissen wir jetzt noch nicht, was uns in den nächsten Monaten noch erwartet. Von der Gefahr einer zweiten Welle ganz zu schweigen. Dennoch hat die Bundesregierung mit dem Konjunkturpaket Anfang Juni den Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft eine richtungsweisende Perspektive aufgezeigt: Der Staat unterstützt in akuten Notfällen und investiert vor allem in wichtige Technologien und Zukunftsfelder, wie Digitalisierung, Mobilität und Energiewende.

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Am Anfang einer mehrjährigen Erholungsphase

Von Thomas Schnalke

Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Düsseldorf GmbH

Die Covid-19-Pandemie ist für alle Bereiche unserer Gesellschaft ein historischer Einschnitt, der insbesondere in zahlreichen Wirtschaftszweigen nachhaltig Spuren hinterlassen hat – und wird. Viele Branchen wurden infiziert, sind stark geschwächt und haben nun einen langen, anstrengenden Weg der Rekonvaleszenz vor sich, darunter auch der Luftverkehr.

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Angepasster Schulbetrieb in Corona-Zeiten

Von Yvonne Gebauer MdL

Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Coronavirus-Pandemie hat viel aus dem Gleichgewicht gebracht. Sie hat aber auch aufgezeigt, wie wichtig ein geregelter Schulalltag für junge Menschen ist. Schule stellt als wichtigster Bildungsort im sozialen Raum einen Ankerpunkt im Leben junger Menschen dar. Im Schuljahr 2020/21 soll der angepasste Schulbetrieb in Corona-Zeiten deshalb für die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge an allen Schulformen wieder weitgehend im Präsenzunterricht erfolgen – bei klaren und weitreichenden Maßnahmen zum Infektionsschutz.

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Zeit für das grüne Wirtschaftswunder

Von Mona Neubaur

Landesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW

Die Zahlen sind katastrophal: Über 10% Einbruch beim BIP, die Steuereinahmen verzeichnen sogar ein Minus von 20%. Und nun? Braucht es ein Wunder – ein grünes Wunder.

Zu jedem Weg aus der Krise gehört als erster Schritt, sie als Krise zu erkennen, sie anzunehmen als Bedrohung, die nicht weniger als die Existenz in Frage stellt. Der Einbruch durch Corona war so massiv, dass wohl jede und jeder den Krisencharakter sieht. Wahr ist aber auch: Es gibt weitere Krisen zu bewältigen. Die Klimakrise kommt nicht so plötzlich, aber sie schlägt mit ungeheurer Wucht zu. Bei Corona können wir auf einen Impfstoff hoffen, auf Medikamente und ein irgendwie geartetes Zurück zur Normalität. Bei der Klimakrise ist das grundsätzlich anders. Die Erderhitzung ist da. Sie kann nicht mehr aufgehalten werden. Die Frage ist, können wir sie so verlangsamen, dass die damit verbundenen Folgen noch handhabbar bleiben.

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Messen: der direkte Weg in die Normalität

Von Gerald Böse

Vorsitzender der Geschäftsführung der Kölnmesse

Messen waren und sind von den Auswirkungen der Pandemie mit als erste und mit großer Wucht betroffen. Messen werden auf weltweiter Ebene aber auch ein hochwirksamer Katalysator auf dem Weg zurück zu wirtschaftlicher Normalität sein.

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Die Wirtschaft braucht neue Wachstumsimpulse

Von Alexander Graf Lambsdorff

stellv. Fraktionsvorsitzender der FDP im Bundestag

Die rasante Verbreitung des neuartigen Corona-Virus hat zu einer der größten Wirtschaftskrisen seit Bestehen der Bundesrepublik geführt. Viele Unternehmen verzeichnen radikale Umsatz- und Gewinnausfälle, der Arbeitsmarkt ist angespannt. Anfang Juli 2020 verkündete das das Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung, dass die Wirtschaftsleistung in NRW um etwa 5,5 Prozent zurückgehen wird. Trotz dieser Hiobsbotschaft steht NRW im bundesweiten Vergleich noch relativ gut da – für ganz Deutschland prognostiziert das RWI 5,8 Prozent Wirtschaftsrückgang.

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Wenn NRW jetzt nicht seine Chancen nutzt, wann denn dann?

Von Dr. Andre Carls

Vorsitzender des Bankenverbands NRW

„Wir erwarten nach dem Tiefpunkt im 2. Quartal eine Stabilisierung der Konjunktur in der 2. Jahreshälfte 2020 und sogar wieder ein Wachstum im nächsten Jahr“, so die Prognose unserer Bank-Volkswirte. Also Licht am Ende des Tunnels?

Corona ist eine der schwersten Krisen für die Wirtschaft, und über den Berg sind wir noch lange nicht. Aus Sicht der privaten Banken sehen wir derzeit ein zweigeteiltes Bild: Selbstständige und kleine Unternehmen, die sehr schnell durch den abrupten Lockdown in Liquiditätsengpässe hineingeraten sind und die dringend die Soforthilfen in Anspruch nehmen mussten. Und auf der anderen Seite viele größere, auch international tätige Mittelständler, die aufgrund einer besseren und langfristig angelegten Liquiditätsausstattung noch weiterhin ganz „normales“ Kreditgeschäft machen. Und das gibt es auch mitten in der Krise: Unternehmer, die investieren, Geschäftsmodelle und Lieferketten diversifizieren oder sich sogar durch Zukäufe im Wettbewerb stärken. Weiterlesen

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