Klartext im Westen

Der NRW-Wirtschaftsblog

Hände weg von der Tarifautonomie – nicht nur in NRW

Von Dr. Luitwin Mallmann

Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW

In diesen Tagen wird an die Begründung der Tarifautonomie durch das Stinnes-Legien-Abkommen vor 100 Jahren erinnert. Damals gab es das Land NRW noch nicht und dennoch hat das Jubiläum viel mit uns zu tun. Dabei denke ich weniger an die Tatsache, dass der Unternehmer Hugo Stinnes aus Mülheim an der Ruhr kam und der Kern seines Geschäftes am Rhein und Ruhr lag.

Ich glaube vielmehr, dass das demokratische Prinzip Tarifautonomie in unserem industriellen Ballungsraum auf besonders fruchtbaren Boden gefallen ist.

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Vereinen statt trennen – Umwelt- und Wirtschaftspolitik in NRW

Von Ursula Heinen-Esser

Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen ist ein Land der Vielfalt. Die großen Städte entlang von Rhein und Ruhr sind umgeben von grünen Wiesen und Wäldern und verfügen über zahlreiche „grüne Lungen“. Im Münsterland, der Eifel oder im Sauerland finden sich zugleich Orte, die einen schnell vergessen lassen, dass man sich im bevölkerungsstärksten Land der Bundesrepublik befindet. Die Zeit der dauerrauchenden Schlote ist vorbei, jetzt sitzen hier in den Ballungszentren und auch in der Fläche zahlreiche gewichtige mittelständische Firmen, große Industrieunternehmen und Hidden-Champions.

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Sinnvoll und nachhaltig… Unternehmertum, Spin-Offs und Start-Up’s in Aachen

Von Alexander Peters

Geschäftsführender Gesellschafter NEUMAN & ESSER GROUP

Ich bin Ur-Öcher, d. h. ich bin in Aachen geboren und meine Familie ist seit 1891 in Aachen unternehmerisch tätig. Ich bin also verwurzelt in einer Stadt und einer Region, die viel zu bieten hat. Um das wirklich zu erkennen, muss man raus aus Aachen. Ich habe das nach dem Abitur selbst gemacht. Bundeswehr, Studium zum Wirtschaftsingenieur, erster Job im Ausland, dann MBA und erste Berufserfahrungen im Tochterunternehmen der elterlichen Unternehmensgruppe. Viele, die ich kenne, sind aus Aachen raus, und die meisten sind zurückgekehrt.

Warum? Für Ingenieure steht Aachen wie kaum eine andere Stadt „für die Technik“.

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Viel Rost, viel Tradition

Von Prof. Dr. Michael Hüther

Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Das Ruhrgebiet prägte – neben dem rheinischen Karneval und dem Duisburger Zoo – mein Nordrhein-Westfalen-Bild als Kind und Jugendlicher. Die sonntäglichen Ausflüge in die Gruga in Essen oder in den Dortmunder Westfalenpark waren verbunden mit dem Eindruck von viel Rost entlang des Weges. Die Erzählung meines Vaters, als Ingenieur in den fünfziger und sechziger Jahren an vielen Kraftwerksbauten an der Ruhr beteiligt, machte klar: Die Glanzzeit war vorbei, neue Kraftwerke wurde nur noch andernorts – in Bayern oder im Ausland – realisiert. Dafür spielte unverdrossen die Bergmannskapelle im Grugapark.

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Was wir tun müssen, damit NRW wieder Spitze wird

Von Thomas Meyer

Präsident IHK NRW – Die Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen e.V.

Nordrhein-Westfalen befindet sich auf einem guten Weg. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosenzahlen sinken, und selbst der Landeshaushalt kann erstmals wieder ein Plus ausweisen. Dennoch gelingt es NRW kaum, zum Bundesdurchschnitt aufzuschließen. Das hat seine Gründe: NRW ist mehr als die anderen Länder vom Strukturwandel betroffen, zudem belastet die Energiewende, die Infrastruktur weist Rückstände auf, der Fachkräftemangel macht sich bemerkbar. Was muss in dieser Situation geschehen, damit NRW der Sprung an die Spitze gelingt? Zu bewältigen sind vor allem vier Herausforderungen.

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Metropole Ruhr: Neue Möglichkeiten in einer aufstrebenden Region

Von Thomas Kufen

Oberbürgermeister der Stadt Essen

Die Region an Ruhr, Lippe und Emscher mit 5,1 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern in 53 Kommunen ist der drittgrößte städtische Ballungsraum in Europa und besitzt damit ein Potenzial, von dem Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren können. Zu den Hochzeiten von Kohle und Stahl war die Region der größte Montanstandort Europas und damit Motor für ganz Deutschland. Was viele Jahre wichtige Voraussetzung für das Wirtschaftswunder in Deutschland war und gleichzeitig Arbeitsplätze in den Städten der Ruhrregion schuf, wurde ihr später zum Nachteil.

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NRW – Showroom für die Mobilität der Zukunft

Von Bernhard Mattes

Präsident des Verbandes der Automobilindustrie

Als bevölkerungsreichstes und flächenmäßig viertgrößtes Bundesland stellt Nordrhein-Westfalen eine engmaschige Region mit einem hohen Urbanisierungsgrad dar. Diese Fakten stellen das Verkehrsmanagement und die Mobilität vor komplexe Herausforderungen. Gleichzeitig ergeben sich jedoch auch vielerlei Chancen und Möglichkeiten, in einem solch dicht besiedelten Gebiet schon heute die Weichen für die Mobilität der Zukunft auf Erfolg zu stellen. Ob innovative Hersteller und Zulieferer, Verkehrsträgerverknüpfung oder Automatisierung und Digitalisierung – Nordrhein-Westfalen hat beste Voraussetzungen, eine Modellregion für die Mobilität von morgen zu werden. Das langfristige Ziel ist die „Vision Zero“ – den Straßenverkehr noch effizienter, sauberer und sicherer zu machen.

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Strukturwandel in Zeiten der Disruption

Von Dr. Johannes Teyssen

Chief Executive Officer E.ON SE

Wenn Ende Dezember die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop schließt, ist der aktive Ruhrbergbau Geschichte geworden – die stolze Geschichte eines Wirtschaftszweiges und seiner in der Spitze fast eine halbe Million Mitarbeiter, denen Deutschland viel zu verdanken hat. Sie haben über viele Dekaden zusammen mit den Beschäftigten in Kraftwerken und Stromnetzen, die noch lange unverzichtbar bleiben, die Sicherheit der deutschen Energieversorgung garantiert. Dafür gebührt ihnen allen der Dank des ganzen Landes. Weiterlesen

Investitionsoffensive für die Schiene in Nordrhein-Westfalen

Von Ronald Pofalla

Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn AG

Das größte Infrastruktur-Modernisierungsprogramm der Bahngeschichte läuft auf Hochtouren. Allein im Jahr 2018 fließen in Nordrhein-Westfalen nahezu 1,3 Milliarden Euro in das Schienennetz, in Bahnhöfe und die Energieversorgung der Bahn. So haben wir in diesem Jahr zwischen Duisburg und Essen acht Einzelprojekte zusammengefasst. Dazu gehören vier Brücken, Bahnsteigarbeiten in Mühlheim Hbf, Arbeiten für den Rhein-Ruhr-Express (RRX), Gleis- und Weichenerneuerungen sowie Arbeiten für ein neues Stellwerk in Duisburg.

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Es muss um die richtigen Themen gehen

Von Frank Baranowski

Oberbürgermeister Gelsenkirchen

Allzu viele Anzeichen gab es bislang nicht dafür, dass die Zukunft des Ruhrgebietes ein wichtiges oder gar zentrales Anliegen der neuen Landesregierung ist. Im Koalitionsvertrag fanden sich kaum Ideen und Vorhaben für die Region, auch im ersten Jahr der schwarz-gelben Koalition war aus Düsseldorf nur wenig zu Deutschlands größtem Ballungsgebiet zu hören. Weiterlesen

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