Klartext im Westen

Der NRW-Wirtschaftsblog

Öffentlicher Dienst als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Von Roland Staude

Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes Nordrhein-Westfalen

Es mag zunächst seltsam anmuten, in einem Wirtschaftsblog einen Bericht über den Öffentlichen Dienst zu lesen. Dabei ist der öffentliche Dienst, genauer gesagt, die institutionelle Infrastruktur die er zur Verfügung stellt, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das wird gerade in Krisenzeiten, wie auch jetzt inmitten der Corona-Pandemie, immer wieder deutlich. Denn nicht zuletzt auf Grund eines guten und stabilen Öffentlichen Dienstes ist Deutschland bisher besser durch die Krise gekommen als viele andere Länder.

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Energieland, Industrie- und Stahlland NRW – Quo vadis?

Von Dr.-Ing. Hans-Toni Junius

Vorsitzender der Geschäftsführung und geschäftsführender Gesellschafter der Waelzholz Gruppe, Vorsitzender des Vorstands BDI/BDA Mittelstandsausschuss

Nordrhein-Westfalen hat, ausgehend von seinen Energieträgern Steinkohle und Braunkohle sowie unterschiedlichen Bodenschätzen – darunter verschiedene Gesteinsarten und auch Salz, über viele Jahre eine Wertschöpfungsbasis durch das angekoppelte Industrie- und Logistiknetzwerk geschaffen. Dieses bildet ein Fundament für den Wohlstand in der Bundesrepublik Deutschland. Um diese Wertschöpfungscluster hat sich ein regionales, bundesweites, aber auch europäisches Netzwerk entwickelt. Das Wirtschafts- und Wertschöpfungsnetz in NRW hat eine hohe Leistungsfähigkeit, schafft immer wieder neue Arbeitsplätze, beweist Innovationskraft und hat sich an geänderte Rahmenbedingungen stets anpassen können.

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Von aktuellen Herausforderungen und bewährten Prinzipien

Von Dr. Antonius Hamers

Direktor des Kath. Büros NRW

Die Ökonomie von Gut und Böse – so heißt ein Buch des tschechischen Nationalökonomen Tomás Sedlácek, das vor einigen Jahren erschienen ist. Sedlacek entfaltet darin eine Ideengeschichte der Ökonomie und spannt den Bogen vom Gilgamesch-Epos über die Antike und die Bibel, über die Aufklärung und Adam Smith bis hin zu aktuellen wirtschaftspolitischen und wirtschaftswissenschaftlichen Diskussionen angesichts heutiger Wirtschaftskrisen.

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Neue Antworten statt Ideologie

Von Felix Banaszak

Landesvorsitzender Bündnis 90 / Die Grünen NRW

Anfang Oktober war es, da saßen Armin Laschet und sein Wirtschaftsminister Pinkwart vor der versammelten Hauptstadtpresse in Berlin – und verkündeten, was angesichts der Corona-Krise wirtschaftlich geschehen müsse in Deutschland: Belastungsmoratorium, Deregulierung, Bürokratieabbau, das waren kurz zusammengefasst die Inhalte. Also seit Jahrzehnten bekannte, schwarz-gelbe Ideologie. Und leider völlig vorbei an den Realitäten und den schon jetzt erkennbaren Lehren der Corona-Zeit.

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Vom Kohlenpott zum „Hydrogen-Valley“

Von Martina Merz

Vorstandsvorsitzende thyssenkrupp AG

Was zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit den ersten Zechen, Fördertürmen und der Stahlproduktion in Bochum, Dortmund und Essen seinen Anfang nahm, ist heute eines der größten Ballungsgebiete und Wirtschaftszentren Europas. Mit einer engen Verzahnung von Lieferketten und einem starken Zusammenspiel von Unternehmen über verschiedenste Sektoren hinweg ist das industrielle Erbe des Ruhrgebiets auch eine Chance für die Zukunft. Das Ruhrgebiet hat das Zeug, Europas Zentrum der Wasserstoff-Industrie zu werden. Kurz gesagt: ein Hydrogen-Valley.

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Neue Normalität – Corona und die digitale Revolution

Von Moritz Döbler

Chefredakteur Rheinische Post

Das gesellschaftliche Leben wird nach der Pandemie – wann auch immer das sein wird – anders als vorher sein. Darüber herrscht schnell Einigkeit, aber noch ahnen wir allenfalls, wie diese neue Normalität sich gestaltet. Schon jetzt erscheinen uns Filme, bei denen sich fremde Menschen ohne Maske und ohne Distanz begegnen, sich vielleicht sogar umarmen, wie aus der Zeit gefallen. Dienstreisen und Tagungen, Urlaube und Partys, Weihnachtsmärkte und Karneval – gestrichen.

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Die Automobilindustrie als Motor der Wirtschaft

Von Gunnar Herrmann

Vorsitzender der Geschäftsführung Ford-Werke GmbH

Die Automobilindustrie ist eine Schlüsselbranche in Deutschland. 832.800 Personen sind direkt in der Automobilindustrie beschäftigt, mehr als 2,5 Mio Menschen indirekt. Die Automobilhersteller und Zulieferer erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 436 Mrd. Euro. Die Unternehmen der Branche zahlten im Jahr 2019 in Deutschland 57,5 Mrd. Euro Löhne und Gehälter. Darüber hinaus finden Steuereinnahmen von jährlich etwa 93 Mrd. (2018) ihre Quelle in der Automobilindustrie und der Nutzung von Kraftfahrzeugen. Mehr als 100 Mrd. Euro beträgt der Waren- und Materialeingang aus anderen Wirtschaftsbereichen. Die Branche investiert jährlich etwa 45 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung (2018). Von den zehn forschungsstärksten Unternehmen in Deutschland gehören neun zur Automobilindustrie.

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Kein Weg aus der Krise – oder doch?

Von Karl-Josef Laumann

Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Seit mehr als sechs Monaten dominiert das Thema Corona fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Wirtschaft und Politik sind hier keine Ausnahme. Zwar hat sich das Land von einem Krisenmodus in einem Zustand einer zerbrechlichen Normalität zurückgekämpft, dennoch gehe ich davon aus, dass uns das Virus noch eine Zeit lang begleiten wird.

Fest steht für mich: Ein Leben, wie jenes, das vor der Pandemie für uns selbstverständlich war, setzt einen funktionierenden Impfstoff voraus. Dieser muss zudem für alle Bürgerinnen und Bürger in ausreichender Menge verfügbar sein. Ich persönlich glaube aber nicht, dass wir einfach den „Resetknopf“ drücken können und alles ist wie früher – hierfür sind die Verwerfungen durch die Pandemie zu groß.

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Krise bewältigen, Transformation vorantreiben

Von Hildegard Müller

Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)

Die Corona-Krise, eine nie dagewesene Transformation und die angekündigte Verschärfung der CO2-Ziele der Europäischen Kommission (EU) – die deutsche Automobilindustrie steht aktuell vor der größten Herausforderung ihres Bestehens. Insbesondere die Corona-Pandemie hat unsere Unternehmen aktuell schwer getroffen. Die Maßnahmen zur Eindämmung von Corona waren richtig, aber sie haben auch dazu geführt, dass die Pkw- und Nutzfahrzeugmärkte in den vergangenen Monaten massiv eingebrochen sind. Die Folgen spüren wir weiterhin. So sind Pkw-Märkte in Europa im August nach ersten Erholungsanzeichen im Vormonat wieder im zweistelligen Bereich geschrumpft, auf das Jahr bezogen erwarten wir derzeit für den europäischen Markt ein Minus von rund 24 Prozent. Die europäischen Märkte für schwere Nutzfahrzeuge verzeichneten in den ersten sieben Monaten des Jahres sogar ein Minus von 37 Prozent. Nun gilt es trotzdem, die Krise zu bewältigen und die gleichzeitige Transformation entschlossen voranzutreiben. Dafür ist eine gemeinsame Kraftanstrengung von Industrie und Politik nötig.

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Plattform-Sozialismus

Von Hajo Schumacher

Journalist und Autor

Wie die Marktwirtschaft erwürgt wird und der Plattformkapitalismus sich in sein Gegenteil verkehrt.

Zu den bekanntesten Schwindeleien von Wirtschaftskapitänen gehört das Bekenntnis zum Wettbewerb, der die Qualität hoch und die Preise niedrig halten soll. Insgeheim aber träumen Unternehmer von einer marktbeherrschenden Stellung, ganz gleich, ob es der Blumenladen im Viertel ist oder ein Konzern. Bisweilen herrscht auch Scheinwettbewerb, wenn ein ganzes Regal voller Haarpflegeprodukte im Drogeriemarkt von einem einzigen Konzern stammt, nur in unterschiedlichen Verpackungen.

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