Klartext im Westen

Der NRW-Wirtschaftsblog

Stabile Lieferketten entscheidend für schnellen Wiederaufschwung

Dr. Wilhelm von Moers

Geschäftsführer Handelshof Management GmbH, BGA-Vizepräsident und Vorsitzender des BGA-Tarif- und Sozialpolitischen Ausschusses

„Bauholz ist das neue Toilettenpapier.“ Bei den Kunden des Großhandels bricht allmählich Panik aus. Die offensichtlichen Probleme auf den Beschaffungsmärkten führen nicht nur zu Besorgnis, sondern auch zu Gegenreaktionen. Mittlerweile beginnen Handwerksbetriebe Baumaterialen zu hamstern, um sich gegen Versorgungsengpässe zu wappnen. Wie kommt es zu diesen bislang unbekannten Problemen auf den nationalen und internationalen Märkten?

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#NRWirtschaftBildetAus – Ausbildungschancen jetzt nutzen!

Von Holger Bentler

Vorsitzender des Bildungswerks der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e. V. und Leiter Ausbildung NRW sowie Leiter IT and Processes Siemens Berufsbildung

Auch in diesem Jahr werden im Herbst wieder viele junge Menschen eine duale Ausbildung beginnen. Sie haben damit eine gute Wahl getroffen. Denn eine Ausbildung ist nicht nur immer noch, sondern heute und auch morgen erst recht eine hervorragende Grundlage für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Unternehmen brauchen für ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit gut qualifizierte Fachkräfte. Und das gilt in Zukunft noch viel mehr. Denn Prognosen zeigen, dass aufgrund der demographischen Entwicklung der Mangel an beruflich qualifizierten Fachkräften deutlich zunehmen wird.

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Welche Lehren ziehen wir aus dieser Pandemie-Erfahrung?

Von Dr.-Ing. Hans-Toni Junius

Vorsitzender der Geschäftsführung und geschäftsführender Gesellschafter der Waelzholz Gruppe, Vorsitzender des Vorstands BDI/BDA Mittelstandsausschuss

Die COVID-19 Pandemie hat die industriellen Lieferketten in Deutschland und in NRW zunächst in einen Schock versetzt. Im 2. KQ 2020 ist die Produktion der deutschen Automobilindustrie im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als 60 % geschrumpft. Der April war mit -97 % ein Totalausfall. Nachdem die Pandemie aus Asien nach Europa schwappte, waren plötzlich abrupte Störungen in den Lieferketten zu beobachten, die zu Fabrikstillständen führten und einen hohen Stress im bewährten industriellen Netzwerk unseres Landes erzeugten.

Globale Lieferketten, die für ein exportstarkes Land überlebenswichtig und selbstverständlich sind, wurden durch staatlich verordnete Lockdowns, Grenzschließungen und andere Behinderungen des Welthandels plötzlich abgetrennt und haben ganze Wirtschaftsbereiche gelähmt. Infolge dieser Entwicklung gingen die Umsätze in industriellen Lieferketten im gleichen Zeitraum um mehr als die Hälfte zurück.

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Modernisierung von Staat und Gesellschaft

Von Dr. Hubertus Bardt

Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft beim Institut der deutschen Wirtschaft

Bereits seit 2018 sieht sich die Industrie einem konjunkturellen Abschwung ausgesetzt, die langanhaltende Wachstumsphase war erst einmal unterbrochen. Die Corona-Krise machte die Aufschwunghoffnungen zunichte und brachte einen nicht gekannten Absturz – und eine schnelle, aber nicht vollständige Erholung. Und mit der Digitalisierung und den immer strenger werdenden politischen Vorgaben zum Abbau von Treibhausgasemissionen stehen zwei Herausforderungen auf der Tagesordnung, die schon für sich genommen alle Aufmerksamkeit verlangen.

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Wir müssen den Blick nach vorn richten

Von Egbert Neuhaus

Geschäftsführender Gesellschafter der M. Westermann & Co. GmbH und Vorsitzender des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte

Die Pandemie hat unser Land nach wie vor im Griff. Es ist erfreulich, dass die Impfungen jetzt nach und nach mit höherer Geschwindigkeit erfolgen und uns alle eigentlich zuversichtlicher in die Zukunft blicken lassen. Dennoch sind die Einschränkungen im täglichen Leben nach wie vor immens und die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Betriebe enorm. Die fehlende Perspektive in einigen Bereichen der Wirtschaft – vor allem im Handel oder im Hotel- und Gaststättengewerbe – sind schon bedrückend.

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Vor die Welle kommen: Energiewende und Wirtschaftsstandort

Von Dr. Leonhard Birnbaum

CEO E.ON SE

Seit über einem Jahr schon prüft die Corona-Pandemie unser Wirtschaftsland auf Herz und Nieren. Das Geschäftsjahr ist für viele Unternehmen nicht mehr in Quartale unterteilt, sie planen von Tag zu Tag, von Woche zu Woche. Mit bangem Blick auf Infektionsgeschehen und föderales Krisenmanagement sind sie immer wieder gezwungen, sich neu zu erfinden. Ein Extrembeispiel dafür, dass Resilienz vor allem eines bedeutet: Anpassungsfähigkeit.

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Aus dem Morgen denken

Von Matthias Kerkhoff MdL

Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion NRW

Dieser Beitrag entsteht mitten im Lockdown. Die Gemütslage vieler Menschen, die ich als Abgeordneter treffe, lässt sich wahlweise als angespannt, genervt oder resigniert beschreiben. Kein Wunder, Corona zerrt an den Nerven und Corona hinterlässt Spuren. Spuren auf der Seele jedes Einzelnen, Spuren in Auftragsbüchern und Jahresabschlüssen von Unternehmen, Spuren in den öffentlichen Haushalten aller Ebenen.

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Krise als Chance?

Von Rolf A. Königs

Vorsitzender des Vorstands von Zukunft durch Industrie , CEO und Chairman der AUNDE Group SE

Die Corona-Pandemie hat uns sehr deutlich vor Augen geführt, wie vielfältig die Industrie in Nordrhein-Westfalen ist und was die Unternehmen tagtäglich leisten. Auch in Zeiten großer Einschränkungen hat die Industrie bewiesen, wie flexibel sie agiert, um ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten. Medizintechnik, Masken, Hygieneartikel – die Liste von Industrieprodukten, die in 2020 eine neue und weiterhin steigende Bedeutung erhalten haben, ist lang.

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Mindestlohn-Debatte: Die Aushöhlung der Tarifautonomie

Von Johannes Pöttering

Hauptgeschäftsführer von unternehmer nrw

Es ist jetzt sechs Jahre her, als die Politik beschloss, mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns massiv in die Tarifautonomie einzugreifen. Es sollte einmalig bleiben, wurde eilig versichert. Darum hatte sie auch einer unabhängigen, aus Vertretern von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Wissenschaft besetzten Kommission die Entscheidung überantwortet, über die regelmäßigAnpassung des Mindestlohns zu befinden. Deren Orientierungs-Maßstab sollte die allgemeine Tarifentwicklung sein. Und zugleich hatte man der Mindestlohn-Kommission noch einen wichtigen gesetzlichen Auftrag mit auf den Weg gegeben: In ihren Entscheidungen sollte sie die Wettbewerbsbedingungen und die Beschäftigung im Auge behalten. Dieser Vorgabe ist sie bisher stets gerecht geworden.

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Chemie: Nicht einfach nur grün, sondern wirklich nachhaltig

Von Christian Kullmann

Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG

Stark in der Krise

Die Pandemie hat unseren Alltag umgekrempelt: Kontaktverbote. Ausgangssperren. Veränderte Schichtpläne für die Beschäftigten in den Produktionsanlagen, kein Handschlag, kein Austausch mehr in der Kantine, Betriebssport wird zum Online-Angebot, der kleine Notebook-Bildschirm auf dem Esstisch zum Büro. Corona hat uns zu oft in die Zweidimensionalität von Videokonferenzen geführt. Dadurch dürfen wir den Blick für die Wirklichkeit nicht verlieren: Die reale Welt, in der wir uns bewegen, ist dreidimensional.

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