Klartext im Westen

Der NRW-Wirtschaftsblog

Wenn NRW jetzt nicht seine Chancen nutzt, wann denn dann?

Von Dr. Andre Carls

Vorsitzender des Bankenverbands NRW

„Wir erwarten nach dem Tiefpunkt im 2. Quartal eine Stabilisierung der Konjunktur in der 2. Jahreshälfte 2020 und sogar wieder ein Wachstum im nächsten Jahr“, so die Prognose unserer Bank-Volkswirte. Also Licht am Ende des Tunnels?

Corona ist eine der schwersten Krisen für die Wirtschaft, und über den Berg sind wir noch lange nicht. Aus Sicht der privaten Banken sehen wir derzeit ein zweigeteiltes Bild: Selbstständige und kleine Unternehmen, die sehr schnell durch den abrupten Lockdown in Liquiditätsengpässe hineingeraten sind und die dringend die Soforthilfen in Anspruch nehmen mussten. Und auf der anderen Seite viele größere, auch international tätige Mittelständler, die aufgrund einer besseren und langfristig angelegten Liquiditätsausstattung noch weiterhin ganz „normales“ Kreditgeschäft machen. Und das gibt es auch mitten in der Krise: Unternehmer, die investieren, Geschäftsmodelle und Lieferketten diversifizieren oder sich sogar durch Zukäufe im Wettbewerb stärken. Weiterlesen

Erholtes Geschäftsklima gibt Hoffnung

Von Eckhard Forst

Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK

Mit den ersten Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen schöpfen viele Unternehmen wieder Hoffnung. Die konjunkturelle Talfahrt ist vorerst gestoppt. Das belegt das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima vom Mai. Nachdem es im April mit -40,6 Saldenpunkten ein historisches Tief erreicht hatte, kletterte das Stimmungsbarometer für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen im Mai wieder nach oben und erreichte -29,8 Punkte.

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Neustart nach Corona: Wie wir den Weg zum Aufsteigerland Nordrhein-Westfalen weitergehen

Von Lutz Lienenkämper MdL

Minister der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen wird wieder Aufsteigerland. Mit dem Versprechen, dafür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, ist die Landesregierung 2017 angetreten. Mit Zukunftsinvestitionen, der Entfesselung der Wirtschaft und – erstmals seit fast 50 Jahren wieder –ohne Neuverschuldung in den Haushaltsplänen hat sich Nordrhein-Westfalen schnell und kraftvoll auf den Weg nach oben gemacht: Der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren besser entwickelt als in Deutschland insgesamt. Bei der Wirtschaftsentwicklung haben wir den Rückstand zu anderen Ländern verringert. Die Finanzkraft Nordrhein-Westfalens ist 2018 im Vergleich zu anderen Ländern erstmals seit 2009 wieder angestiegen. Seit 2017 konnten wir so Schulden in Höhe von 645 Mio. Euro tilgen und haben mehr als 3 Mrd. Euro für die Risikovorsorge – also Vermögensbildung – bereitgestellt.

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Raus aus der Krise – auch mit Hilfe der Kommunalpolitik

Von Dr. Frank Hoffmeister

Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektro-Industrie Lüdenscheid e.V.  und Geschäftsführer der Firma Schrauben Betzer GmbH & Co. KG in Lüdenscheid

Zunächst einmal spreche ich der Bundesregierung ein Lob aus für die vielen schnellen und richtigen Entscheidungen zur Linderung der Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die zügig ausgeweiteten Kurzarbeitsregelungen, die schnell gewährten Soforthilfen – ergänzt um Maßnahmen der NRW-Landesregierung – und das zuletzt verabschiedete Konjunkturpaket tragen dazu bei, die wirtschaftlichen Einbußen abzufedern und viele Arbeitsplätze zu erhalten. Das Wichtigste ist bisher gelungen, nämlich die Ausbreitung der Covid19-Krankheit in Deutschland vergleichsweise gering zu halten.

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Raus aus der Schockstarre!

Von Arndt G. Kirchhoff

Präsident von unternehmer nrw und CEO der KIRCHHOFF Holding GmbH und Co. KG

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, ob unsere Wirtschaft mit einem blauen Auge aus der Krise herauskommt oder dauerhaft schwere Schäden davonträgt. Machen wir uns nichts vor: Je länger diese Rezession dauert, desto mehr Unternehmen und Arbeitsplätze werden wir verlieren.

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Jetzt die Weichen für die Zeit nach Corona stellen

Von Dirk Grünewald

Präsident Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen;
Geschäftsführender Gesellschafter Heinrich Grünewald GmbH & Co. KG, Oberhausen

Die Covid-19-Pandemie hat das private und öffentliche Leben und nicht zuletzt große Teile unserer Wirtschaft zur Vollbremsung gezwungen – innerhalb kürzester Zeit standen ganze Branchen still. Erst langsam und mit aller gebotenen Vorsicht sind wir dabei, diesen Stillstand Schritt für Schritt wieder tastend zu verlassen.

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Stichtag 6. Mai – Lockerungen für das Gastgewerbe – jetzt

Von Bernd Niemeier

Präsident DEHOGA Nordrhein-Westfalen e.V.

Wir haben die falsche Geschäftsidee. Nicht grundsätzlich. Aber momentan. Wir führen Kneipen, Restaurants, Cafés, Clubs, Hotels, Pensionen und versorgen Veranstaltungen, Schulen und Events. Wir sind immer da, wo Menschen zusammenkommen. Häufig sind wir auch einfach der Grund, warum Menschen zusammenkommen. Wir sind Treffpunkt, zweites Wohn- und Schlafzimmer, wir bieten Diskussions-, Genussräume, wir lassen bei uns tanzen. Unsere Angebote sind analog, auf Nähe und Miteinander ausgerichtet. In Zeiten der Corona-Krise ist genau das aber nicht nur unerwünscht. Schlimmer. Es ist verboten, weil wir das Gegenteil von Mindestabstand sind.

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Kommunale Wirtschaftspolitik aus einem Guss

Von Dr. Dirk Spenner

Geschäftsführender Gesellschafter der Spenner GmbH & Co.KG

Als Geschäftsführer eines Familienunternehmens der Baustoffindustrie mit Hauptsitz in NRW kann ich auf 25 Jahre Berufserfahrung zurückblicken. Viele unserer 15 Betriebsstandorte in ganz NRW sind in dieser Zeit neu errichtet worden. Wir haben dabei viele gute Erfahrungen mit den handelnden Personen in den Ämtern und Stadträten gemacht, sehen aber auch deutliche Unterschiede zwischen den Kommunen.

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Soziale Marktwirtschaft stellt sich in Krise als widerstandsfähig heraus

von Markus Gürne

Leiter der ARD-Börsenredaktion und Moderator des ARD-Wirtschaftsmagazins Plusminus

13.795 Punkte, das war der höchste Stand des deutschen Aktienindex (DAX), erreicht am 17. Februar 2020. Wie es aussieht, wird diese Marke eine ganze Weile Bestand haben. Denn nicht nur die Börse, sondern alles hat sich mittlerweile grundlegend verändert. Durch und mit einem Virus. Sars-CoV-2, gemeinhin als Corona-Virus bekannt. Das Virus und die Maßnahmen dagegen haben die Welt lahmgelegt. Unsere Gesellschaften und unsere Wirtschaften. Welche Folgen auf uns alle zukommen würden, konnte niemand ahnen. Dass es in einem hochentwickelten und führenden Industrieland der Welt zu Engpässen und großen Sorgen wegen Atemschutzmasken kommen könnte, die Cent-Beträge kosten. Oder dass in Deutschland ausgerechnet Toilettenpapier gehortet werden könnte. Wer hätte das im Ansatz gedacht?

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Eine Kommunalwahl mit vielen Herausforderungen

Von Jörg Dienenthal

Dango & Dienenthal Maschinenbau GmbH

Der Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit eines mittelständischen Unternehmens hängen in der Regel von vielen Faktoren ab. Dazu zählen nicht nur die Kosten, Produkte, Innovationen und die Qualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch die Rahmenbedingungen am jeweiligen Standort des Unternehmens spielen eine wesentliche Rolle. Das gilt insbesondere für die eher hochpreisigen Produktionsstandorte in Deutschland.

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