Klartext im Westen

Der NRW-Wirtschaftsblog

Der demokratische Rechtsstaat als Krisengewinner

Von Herbert Reul

Minister des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Corona-Pandemie beschäftigt uns in NRW nun schon seit fast einem Jahr. Unser Leben hat sich seitdem in zuvor unvorstellbarer Weise und Geschwindigkeit verändert. Oft wird diese Zeit daher mit negativen Erfahrungen verknüpft; das ist gut nachvollziehbar. Ich möchte aber heute auf die Erfahrungen blicken, die positive – und hoffentlich nachhaltige – Impulse für die Zukunft setzen.

Das betrifft zunächst den persönlichen Bereich. Die Pandemie hat uns vor Augen geführt, was wirklich wichtig ist – Familie, Freunde, Nähe und Zusammenhalt. Oft ganz einfach die alltäglichen Dinge im Leben. Was uns derzeit so schmerzlich fehlt, werden wir in Zukunft ganz anders wertschätzen.

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Jetzt Strategien für die Auflösung des Reformstaus entwickeln

Von Rolf Königs

CEO und Chairman der AUNDE Group SE

Nachdem die Sommermonate der Wirtschaft eine Verschnaufpause beschert haben, befindet sich das Land nun in einer zweiten Welle der Pandemie. Die  Corona-Krise mit ihren Belastungen wird uns auch noch über einen langen Zeitraum beschäftigen, aber dies ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Gerade jetzt müssen die Grundlagen für einen reibungslosen Neustart nach der Krise gelegt werden. Die deutschen Unternehmen haben in den vergangenen Monaten gemeinsam mit ihren Beschäftigten viel erreicht um die Arbeit in Coronazeiten sicher zu machen. Diese Veränderungs- und Innovationsbereitschaft erwarten wir auch von der Politik. Weiterlesen

Mit Weiterbildung stark aus der Krise

Von Torsten Withake

Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit

Die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie am Arbeitsmarkt sind deutlich sichtbar. Zum Beispiel bei der Arbeitslosigkeit, die rund 20 Prozent über dem Vorjahr liegt. Dass die Arbeitslosenquote einmal um 1,3 Prozentpunkte einbrechen könnte – das hatten wir, das hatte ich mir nicht vorstellen können.

Doch bietet der Arbeitsmarkt im Corona-Jahr auch die Möglichkeit für andere Beobachtungen. Seit Juli sinkt die Arbeitslosigkeit spürbar wieder. Von Monat zu Monat kräftiger als in den vorhergehenden Jahren. Ich will nicht sagen „ich war überrascht“, schließlich gab es ja noch keine Erfahrung mit einer Pandemie. Doch beeindrucken mich die Energie, die Kraft, auch die Lust und die neuen Ideen, mit denen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nach dem Lockdown im Frühjahr wieder angefangen haben zu wirtschaften – um schließlich wieder neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu suchen. Das ist ein beeindruckendes Signal – von Resignation angesichts einer bedrohlichen Pandemie mit ungewissen Ausgang ist nichts zu spüren.

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Öffentlicher Dienst als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Von Roland Staude

Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes Nordrhein-Westfalen

Es mag zunächst seltsam anmuten, in einem Wirtschaftsblog einen Bericht über den Öffentlichen Dienst zu lesen. Dabei ist der öffentliche Dienst, genauer gesagt, die institutionelle Infrastruktur die er zur Verfügung stellt, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das wird gerade in Krisenzeiten, wie auch jetzt inmitten der Corona-Pandemie, immer wieder deutlich. Denn nicht zuletzt auf Grund eines guten und stabilen Öffentlichen Dienstes ist Deutschland bisher besser durch die Krise gekommen als viele andere Länder.

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Energieland, Industrie- und Stahlland NRW – Quo vadis?

Von Dr.-Ing. Hans-Toni Junius

Vorsitzender der Geschäftsführung und geschäftsführender Gesellschafter der Waelzholz Gruppe, Vorsitzender des Vorstands BDI/BDA Mittelstandsausschuss

Nordrhein-Westfalen hat, ausgehend von seinen Energieträgern Steinkohle und Braunkohle sowie unterschiedlichen Bodenschätzen – darunter verschiedene Gesteinsarten und auch Salz, über viele Jahre eine Wertschöpfungsbasis durch das angekoppelte Industrie- und Logistiknetzwerk geschaffen. Dieses bildet ein Fundament für den Wohlstand in der Bundesrepublik Deutschland. Um diese Wertschöpfungscluster hat sich ein regionales, bundesweites, aber auch europäisches Netzwerk entwickelt. Das Wirtschafts- und Wertschöpfungsnetz in NRW hat eine hohe Leistungsfähigkeit, schafft immer wieder neue Arbeitsplätze, beweist Innovationskraft und hat sich an geänderte Rahmenbedingungen stets anpassen können.

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Von aktuellen Herausforderungen und bewährten Prinzipien

Von Dr. Antonius Hamers

Direktor des Kath. Büros NRW

Die Ökonomie von Gut und Böse – so heißt ein Buch des tschechischen Nationalökonomen Tomás Sedlácek, das vor einigen Jahren erschienen ist. Sedlacek entfaltet darin eine Ideengeschichte der Ökonomie und spannt den Bogen vom Gilgamesch-Epos über die Antike und die Bibel, über die Aufklärung und Adam Smith bis hin zu aktuellen wirtschaftspolitischen und wirtschaftswissenschaftlichen Diskussionen angesichts heutiger Wirtschaftskrisen.

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Neue Antworten statt Ideologie

Von Felix Banaszak

Landesvorsitzender Bündnis 90 / Die Grünen NRW

Anfang Oktober war es, da saßen Armin Laschet und sein Wirtschaftsminister Pinkwart vor der versammelten Hauptstadtpresse in Berlin – und verkündeten, was angesichts der Corona-Krise wirtschaftlich geschehen müsse in Deutschland: Belastungsmoratorium, Deregulierung, Bürokratieabbau, das waren kurz zusammengefasst die Inhalte. Also seit Jahrzehnten bekannte, schwarz-gelbe Ideologie. Und leider völlig vorbei an den Realitäten und den schon jetzt erkennbaren Lehren der Corona-Zeit.

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Vom Kohlenpott zum „Hydrogen-Valley“

Von Martina Merz

Vorstandsvorsitzende thyssenkrupp AG

Was zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit den ersten Zechen, Fördertürmen und der Stahlproduktion in Bochum, Dortmund und Essen seinen Anfang nahm, ist heute eines der größten Ballungsgebiete und Wirtschaftszentren Europas. Mit einer engen Verzahnung von Lieferketten und einem starken Zusammenspiel von Unternehmen über verschiedenste Sektoren hinweg ist das industrielle Erbe des Ruhrgebiets auch eine Chance für die Zukunft. Das Ruhrgebiet hat das Zeug, Europas Zentrum der Wasserstoff-Industrie zu werden. Kurz gesagt: ein Hydrogen-Valley.

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Neue Normalität – Corona und die digitale Revolution

Von Moritz Döbler

Chefredakteur Rheinische Post

Das gesellschaftliche Leben wird nach der Pandemie – wann auch immer das sein wird – anders als vorher sein. Darüber herrscht schnell Einigkeit, aber noch ahnen wir allenfalls, wie diese neue Normalität sich gestaltet. Schon jetzt erscheinen uns Filme, bei denen sich fremde Menschen ohne Maske und ohne Distanz begegnen, sich vielleicht sogar umarmen, wie aus der Zeit gefallen. Dienstreisen und Tagungen, Urlaube und Partys, Weihnachtsmärkte und Karneval – gestrichen.

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Die Automobilindustrie als Motor der Wirtschaft

Von Gunnar Herrmann

Vorsitzender der Geschäftsführung Ford-Werke GmbH

Die Automobilindustrie ist eine Schlüsselbranche in Deutschland. 832.800 Personen sind direkt in der Automobilindustrie beschäftigt, mehr als 2,5 Mio Menschen indirekt. Die Automobilhersteller und Zulieferer erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 436 Mrd. Euro. Die Unternehmen der Branche zahlten im Jahr 2019 in Deutschland 57,5 Mrd. Euro Löhne und Gehälter. Darüber hinaus finden Steuereinnahmen von jährlich etwa 93 Mrd. (2018) ihre Quelle in der Automobilindustrie und der Nutzung von Kraftfahrzeugen. Mehr als 100 Mrd. Euro beträgt der Waren- und Materialeingang aus anderen Wirtschaftsbereichen. Die Branche investiert jährlich etwa 45 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung (2018). Von den zehn forschungsstärksten Unternehmen in Deutschland gehören neun zur Automobilindustrie.

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