Von Arndt Klocke MdL

Vorsitzender der Landtagsfraktion der GRÜNEN NRW

Klima- und Umweltschutz und wirtschaftlicher Erfolg gehen Hand in Hand, sie bilden schon lange keinen Gegensatz mehr. Die Umweltwirtschaft hat sich zu einer Schlüsselbranche für Nordrhein-Westfalen entwickelt, mit großen wirtschaftlichen Potentialen für die Zukunft. Mit 320.000 Beschäftigten, 70 Milliarden Euro Umsatz, einem hohen Innovationsgehalt und überdurchschnittlichen Wachstumsraten profitiert eine Vielzahl von Unternehmen unterschiedlichster Branchen von den neuen Märkten, die durch Klima- und Umweltschutz entstehen. Beispiele dafür sind die Bereiche Material- und Ressourcenwirtschaft, umweltfreundliche Mobilität, Energieeinsparung sowie Energiewandlung, -transport und -speicherung.

Das zeigen auch die Entwicklungen im Bereich der Neugründungen. Schon jetzt stellen mit einem Anteil von gut 18 Prozent Existenzgründungen mit Geschäftsideen in den Feldern Klima- und Umweltschutz, Energieeinsparung und Ressourcenschonung den zweitgrößten Bereich bei Firmenneugründungen dar.

Klimawandel und die dringende Notwendigkeit einer Ressourcenwende hin zu mehr Ressourceneffizienz sind starke Innovations- und Wachstumstreiber. Das betrifft auch die Mobilität der Zukunft. Während deutsche Automobilhersteller immer noch mit Taschenspielertricks ihre Kundinnen und Kunden über den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch der Neuwagen täuschen und sich standhaft weigern, freiwillig Dieselautos nachzurüsten, damit der NOx-Ausstoss gesenkt werden kann, setzen andere Länder schon längst auf die Zukunftstechnologie Elektromobilität. Hier wird es einschneidende Veränderungen geben, die dringend vorbereitet werden müssen, damit die deutsche Automobilindustrie nicht abgehängt wird und Arbeitsplatzverluste drohen. NRW spielt dabei eine Schlüsselrolle, denn mit den innovativen Entwicklungen wie zum Beispiel dem Streetscooter für die Deutsche Post in Aachen bzw. Düren setzen wir Maßstäbe auch für andere Regionen.

„Klimawandel und die dringende Notwendigkeit einer Ressourcenwende hin zu mehr Ressourceneffizienz sind starke Innovations- und Wachstumstreiber. Das betrifft auch die Mobilität der Zukunft.“

Die Digitalisierung stellt für die Unternehmen in unserem Land eine wichtige Herausforderung mit großen Chancen, aber auch Risiken für ihre Entwicklung dar. Nordrhein-Westfalens zukünftige wirtschaftliche Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, wie die hiesigen Unternehmen diese Herausforderungen meistern. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen müssen darin unterstützt werden, die Potenziale der Digitalisierung zu heben – insbesondere wenn dies zu mehr Klima- und Ressourcenschutz oder Datensicherheit führt. Die starken Regionen in NRW haben in den letzten Jahren bereits jeweils eigene Profile bei der Digitalisierung entwickelt. Beispielhaft hierfür sind die vitale Start-Up-Szene im Ruhrgebiet, die durch zahlreiche Ausgründungen der technischen Hochschulen geprägte Landschaft im Rheinland sowie die Fortschritte bei Industrie 4.0 in Ostwestfalen-Lippe. Für die ökologisch-industrielle Modernisierung ist die Digitalisierung der Motor. Deshalb haben wir in unserer Regierungszeit dafür gesorgt, dass NRW sich auf dem Spitzenplatz bei der Breitbandversorgung (Platz 1 unter den Flächenländern mit einer Versorgung von 91,8 Prozent) nicht ausruht, sondern bis 2018 weitere 500 Millionen in die Hand nimmt, damit alle Haushalte und Unternehmen Zugang zum schnellen Internet haben. Darüber hinaus haben wir massiv investiert, um die Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen, und im Rahmen der Strategie „Digitale Wirtschaft NRW“ unter anderem sechs regionale Zentren zur Unterstützung und Vernetzung von Start-Ups mit den Unternehmen initiiert. Auch in Zukunft sehen wir unsere Aufgabe darin, dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft die Potentiale, die in der Digitalisierung liegen, ausschöpfen kann und werden uns daher für einen flächendeckenden Glasfaserausbau einsetzen.