Von Wolfgang Clement

Kuratoriumsvorsitzender der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), ehemaliger Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit und ehemaliger Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen ohne Industrie ist wie Fußball ohne Fans, Köln ohne Dom oder Düsseldorf ohne Altbier: möglich, aber sinnlos. Doch wenn im Lande NRW nicht bald etwas geschieht, müssen in den Schulen die Erdkunde-Bücher umgeschrieben werden. Bereits im vergangenen Jahr diagnostizierte das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen in seinem „Ländervergleich“ NRW eine Tendenz zur De-Industrialisierung: Die Industrie in Nordrhein-Westfalen habe im Vergleich zu anderen Bundesländern eine äußerst schlechte Phase durchlaufen. Ob Entwicklung der industriellen Bruttowertschöpfung, Zahl der Beschäftigten oder Produktivität – der traditionelle Industriestandort schwächelte in  allen Kennziffern, die das RWI untersucht hat. Doch weil sich eine starke Industrie und vor allem ein starker industrieller Mittelstand in Deutschland stets als die Garanten für wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand erwiesen haben, muss NRW dringend „die Kurve kriegen“.

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